Festival der Kulturen 3.0

in Hanau-Großauheim

 
Nach dem großen Erfolg im Jahr 2013 organisierte die Interessengemeinschaft der Großauheimer Vereine und Verbände (IGV) in einer Neuauflage das Festival am 9. und 10. Juli 2016 in Kooperation mit der Lindenauschule Hanau-Großauheim, Kirche Am Limes und Kirche am Fluss.

Krauti, FdK-Logo 2016„Vielfalt als Einheit“: Das „Festival der Kulturen 2.0“ zielt darauf ab, die Menschen in Hanau mit ihren verschiedenen ursprünglichen Kulturen in einem gemeinsamen Event zusammenzubringen, um ein klares Signal für eine Kultur des Willkommens in Hanau zu setzen, mit dem Ziel Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung abzubauen. Insgesamt lockte das Programm ca. 11.000 Besucher an, so dass die Organisatoren eine rundum positive Bilanz ziehen. Insgesamt ca. 1.050 Aktive aus 31 Nationen und 51 Vereinen begleiteten das Fest. Das Veranstaltungsspektrum reichte von einem Fußballturnier bis hin zu einer anspruchsvollen Kinderoper über Kreativ-Workshops, spirituellem Innehalten, einem interreligiösen Gemeinschafts-fest, Tänze aus den unterschiedlichsten Ländern und exotischem Essen. Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Claus Kaminsky wurde der Toleranzgedanke nicht nur während einiger Bühnenvorführungen großgeschrieben, sondern zog sich durch das gesamte Festwochenende.

Den (inoffiziellen) Startschuss vor der offiziellen Eröffnung des Festivals der Kulturen gab der nachgeholte Fastnachtsumzug, der witterungsbedingt im Februar 2016 ausfallen musste. Entlang der gewohnten Route bewegte sich der Umzug durch den Stadtteil Großauheim, hatte diesmal aber seinen Endpunkt am Lindenau-Park.

„Es ist ein wunderbares Signal, das von diesem Fest ausgeht“, stellte der Schirmherr Oberbürger-meister Claus Kaminsky klar und eröffnete mit dem Festival offiziell auch den diesjährigen Hanauer „Kultour-Sommer“.

Bei zahlreichen Workshops, den Bühnenprogrammpunkten und den vielen Ständen der teilnehmenden Vereine gab es für jeden Kulturliebhaber, ob Jung oder Alt, einiges zu erleben:
Neben Zumba- und Tanzvorführungen (u. a. aus Bolivien, Brasilien, Kenia, Russland) und Musik- oder Comedy-Einlagen konnten sich die Gäste aktiv an einem Trommel-Workshop ausprobieren, an Kreativ-Workshops teilnehmen, selbst zum Werkzeug greifen und sich Ornamente basteln oder sich zu den Pfadfindern gesellen oder das vor acht Monaten gegründete Begegnungscafé OASE besuchen. Am Samstagabend spielte ab 18 Uhr die afrikanische Band Susu Bilibi, ab 20.45 Uhr übernahm dann die Gruppe Banjoory im „Reggaestyles & More“.
 
Stellvertretend werden aus dem Veranstaltungsprogramm drei besondere Highlights ausführlich dargestellt: das Begegnungscafé OASE, die Kinderoper „Regentrude“ und das interreligiöse Gemeinschaftsfest.

1. Angesichts des massiven Flüchtlingsansturms in Hanau wurde zur Unterstützung der von der Stadt Hanau initiierten Maßnahmen die Projektidee mit der privaten Gründung eines Begegnungscafé‘s OASE in die Tat umgesetzt. Hintergrund: Das Begegnungscafé OASE verfolgt sieben Ziele: o Gastfreundschaft erfahren Die OASE will Flüchtlinge und Hanauer Bürger an einen Tisch einladen. o Menschen wahrnehmen Die OASE will durch persönliche Begegnungen Vorurteile abbauen, Ängste überwinden und zu respektvollem Umgang miteinander ermutigen. o Engagiert handeln Die OASE will mit ehrenamtlichem Engagement zu einer nachhaltigen Willkommenskultur in Hanau beitragen. o Kirchen und Vereine - Hand in Hand Die OASE will die Strukturen von Kirchengemeinden und Vereinen nutzen, um Flüchtlingen nachhaltig zu helfen. o Integration ins Ehrenamt Die OASE will Flüchtlingen selbst die Möglichkeit zur aktiven ehrenamtlichen Mitarbeit geben. o Kontakte knüpfen Die OASE will Vereine und Kirchengemeinden in Kontakt mit Menschen bringen, um die Integration weiter zu fördern. o Werte vermitteln Die OASE will vor dem Hintergrund unserer christlich geprägten Kultur Menschen unabhängig von Religionszugehörigkeit, Nationalität, Geschlecht und Sprache einladen, um zum Frieden unter den Kulturen beizutragen.
Weitere Informationen und diverses Bildmaterial sind auf der Homepage www.oase-hanau.de hinterlegt. Umso erfreulicher war es, dass die OASE sehr gut besucht wurde. Die Flüchtlinge waren nicht auf der Bühne aktiv und boten in ihrem Zelt selbst ein kleines Unterhaltungsprogramm (Musik und Gesang aus ihren Ländern), sondern boten auch syrisches, afghanisches und irakisches Essen an, das nach vier Stunden komplett ausverkauft war. Für Sonntag musste „nachgekocht“ werden. Darüber hinaus spendeten die Besucher für die OASE ca. 560 EUR, die in weitere Flüchtlingsarbeit einfließen werden. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die OASE-Besucher sich beim Auf-, Um- und Abbau im Gesamtablauf des Festivals eingebracht haben.

2. In der angrenzenden Lindenau-Halle war die musikalische Geschichte der „Regentrude“ zu hören, inszeniert von dem Kinderchor und Solisten der Dahlmannschule Frankfurt und musikalisch begleitet von den „Young Strings“ des Adolf-Reichwein-Gymnasiums aus Heusenstamm. 25 Grundschüler im Alter von 7 bis 11 Jahren haben die Kinderoper zweimal aufgeführt. Die Geschichte nach dem Kunstmärchen von Theodor Storm passte sehr gut in das Festival-Motto „Vielfalt als Einheit“ und bediente die aktuellen Themen Klimawandel, Integration, Flucht und Vertreibung. Alleine im Schulchor waren 14 Nationen vertreten. Wie bei einer klassischen Opernaufführung gehören Kostüme, Requisiten und ein Bühnenbild dazu. Das war hier nicht anders. In der Vorbereitung für die „Regentrude“ wurde nicht nur die Schule eingebunden, sondern auch die Bewohner des jüdischen Altenzentrums und eine Behinderteneinrichtung. Insgesamt war es eine anspruchsvolle, aber künstlerisch sehr hochwertige Unterhaltung innerhalb des Gesamtprogramms.

3. Ein letzter Höhepunkt des Festivals war am Sonntag das interreligiöse Gemeinschaftsfest, eröffnet durch den neugegründeten Gospelchor der Kirche „Am Limes“. Auf einem nachgebauten Altar auf der Bühne standen die Symbole (u.a. eine Buddha-Statue, ein Modell der islamischen Kaaba, ein christliches Kreuz) der vier großen Weltreligionen: Buddhismus, Judentum, Christentum (Katholische und Evangelische Kirche) und Islam, dahinter deren Sprecher und geistliche Würdenträger, vereint im Bestreben, das „Gemeinsame“ der Religionen thematisch am Beispiel der Rolle der Frau in den Vordergrund zu stellen. Alle Vertreter der Weltregionen haben die Basis ihres Glaubens vorgestellt, mit Rezitationen, Gebeten und Gesängen die liturgischen Gebräuche demonstriert. Viel Applaus gab es von den Besuchern für die Friedensbotschaften. Das interreligiöse Gemeinschaftsfest wird mit Sicherheit wieder ein fester Bestandteil für das nächste Festival der Kulturen, das in 2018 wieder stattfinden wird.

Insgesamt wurden seitens des Veranstalters mehr als 2.500 ehrenamtliche Stunden aufgebracht. Die Veranstaltung verlief friedlich. Die gesamte Atmosphäre des Festivals war fröhlich, entspannt und aufgeschlossen. Das Deutsche Rote Kreuz meldete an dem Wochenende nur zwei kleine Vorfälle. Viele Erfahrungswerte aus 2013 konnten positiv umgesetzt werden. Bildeindrücke vom Festival sind im Anhang des Projektberichtes oder auf der Homepage www.fdk-hanau.de hinterlegt.
 
Vielen Dank an die zahlreichen Besucher, die Teilnehmer, die Sponsoren und Unterstützer, an den Schirmherrn und die städtischen Mitarbeiter der Stadt Hanau.
 
Wir sehen uns vom 22. bis 24.6.2018 wieder!

IGV - Interessengemeinschaft Großauheimer Vereine und Verbände
IGV Interessengemeinschaft Großauheimer Vereine und Verbände
In Kooperation mit:

Kath. Pastoralverbund Hanau-Großauheim / Großkrotzenburg  Ev. Kirchenbezirk am Limes Großauheim / Großkrotzenburg / Wolfgang